Das globale politisch-kulturelle Dilemma der Entwicklungspolitik. Die Meinung von Johannes Buchter.

Zeit für einen Perspektivenwechsel

Perspektivenwechsel global politisch-kulturelles Dilemma in der EntwicklungshilfeDer elementare Unterschied zwischen Politikern wird gar nicht erfasst: fragen wir doch einfach nach, ob sich die globalen Perspektiven auf Glück einander anpassen sollen oder nicht.

Die Frage kann auch anders gestellt werden:

  • Würden Sie sich politisch gleich positionieren, wenn Sie im Slum eines Drittweltlandes geboren wären?
  • Die Frontstellung demokratisch versus autoritär bedeutet in autoritären Staaten für Freitsliebende entweder Kampf gegen das Regime oder Flucht. Schaffen wir Demokraten es, dieses Dilemma in eine frei Wahl zu überführen? Wenn nicht, hocken wir in der Glaubwürdigkeitsfalle!

 

Falsche Haltung in der Entwicklungspolitik

Deshalb erachte ich es als Webfehler in der sogenannten Entwicklungspolitik, wenn Partnerschaften mit Regimen des Südens aufrechterhalten werden, obwohl dort kein Kriterium der Genfer Flüchtlingskonvention auf grundlegende Menschenrechte erfüllt wird.

Kein Anspruch auf Bildung, kein gesicherter Zugang zu medizinischer Versorgung und zu Sozialleistungen. Auch im Tourismus spielt es keine Rolle, wenn Autokraten und Halsabschneider-Unternehmen ihr kulturelles Selbstverständnis ungeniert leben und ungesicherte, Hire and Fire Beschäftigungen ohne Sozialabgaben als das selbstverständlichste der Welt ansehen.

 

Richtige Migration im Fokus

Nein, es geht nicht um westliche Besserwisserei! Wenn fast 150 Staaten die Genfer Flüchtlingskonvention unterzeichnet haben, und die Pflichten der Konvention selbst nicht zum Staatsziel erklären, ist wirtschaftliche, soziale, rechtssuchende Migration zwangsläufig. Deshalb sollte die Entwicklungszusammenarbeit nur noch dort erfolgen, wo diese Bedingungen als Staatsziele ausgegeben werden.

Es ist nicht schäbig, wenn Partnerstaaten sich durch das Streben nach Rechtsstaatlichkeit, sozialem Ausgleich und Bildungsangebote interessant machen. Dann wären sogar Abkommen zur Qualifizierung von Flüchtlingen sinnvoll.

 

Rwanda war Vorbild für Entwicklungspolitik

Gelebte Entwicklungspolitik in Rwanda hier Gruppenfoto mit Johannes BuchterWährend meines Aufenthaltes in Rwanda gab es Fachkräftefortbildung z. B. im Gesundheitswesen und einer Kfz-Werkstatt durch den Deutschen Entwicklungsdienst.

Es wäre für unseren Arbeitsmarkt ein Segen, wenn wir so Fachkräfte mit anerkannter Qualifikation und Sprachkenntnissen gewinnen könnten. Dieses Engagement hat nichts mit dem fragwürdigen deportieren à la Großbritannien nach Rwanda zu tun.

Dieses Foto entstand während einer meiner Aufenthalte vor Ort. So spreche ich aus persönlichen Erfahrungen, wenn ich von positiven Erlebnissen berichte.