Der Kreistag des Landkreises BB beschloss 2016 nach einer Vor-Ot-Besichtigung planerisch eine Auf- bzw. Abfahrtvon der früheren B14 (heute L 1184) weiter zu verfolgen, statt die marode Kreisstraße 1031 zwischen Nebringen und Tailfingen für 3 Mio. Euro zu sanieren. Der Verkehr von Nebringen nach Tailfingen wäre dann über die L1184-Auffahrt nach Süden bis zur nächsten Landesstraße 1359 geleitet worden und die Unterhaltslast ab der Auffahrt vom Kreis auf das Land verlagert worden. Früher waren 3 Mio. Euro für den reichen Landkreis BB vernachlässigbar – aber die Zeiten haben sich geändert! Angeblich wäre der Kauf der zusätzlichen Fläche zum Bau der Auf-/Abfahrt die ergänzend zum öffentlichen Eigentum gebraucht würde nicht möglich gewesen. An dieser Stelle lehne ich mich aus dem Fenster und sage „weil der Sparzwang noch nicht groß genug ist“. Jenseits der ausgebliebenen Amtshilfeanfrage bei der Gemeinde bliebe als Ultima Ratio ein kleines Flurneuordnungsverfahren wenn wie in diesem Fall der Mehraufwand zur Realisierung beschränkt auf öffentliche Flächen 2 Mio. Euro Mehrkosten verursacht. Doch statt öffentliche Interssen durchzusetzen, geht man den Weg des geringsten Widerstandes, saniert die K1031 und schluckt 3 Mio. Euro an Kosten für eine Straße, auf der alle 2 Minuten ein Auto fährt. Den Kreistagsbeschluss nach zehn Jahren einfach unter den Tisch fallen zu lassen geht aber auch nicht!
Zumal der Klimaschutz und die Verkehrswende auch für den Bau der Auf-/Abfahrt sprechen, denn sobald die S-Bahn nach Horb verlängert wird, suchen noch mehr Menschen aus den südlichen Kreisnachbarn den kurzen Weg um auf die S-Bahn zu kommen. Der Bahnhof Bondorf ist laut VVS aber jetzt schon zu 100% ausgelastet. Die Alternative heißt „Nebringen“ aber das soll ausgerechnet dem Umwelt- und Verkehtsausschuss ausgeredet werden. Deshalb heißt die Losung: Grips statt Asphalt!

Blindheit für

Und das ist kein Einzelfall! Im Kreisgebiet gibt es an der einen oder anderen Stelle noch mehr klassifizierte Straßen, die parallel Verkehrsangebote machen. In Zeiten leerer Kassen ist es das Gebot der Stunde, derartige Luxuskonstrukte darauf zu prüfen, ob die Zuständigkeit für eine der Parallelstrecken nicht auf die örtlich Begünstigten verlagert werden kann. Ja zugegeben, der Kostenersatz für Ortsverbindungsstrassen ist so erbärmlich niedrig, dass keine Kommune ein solches Geschenk gerne nehmen würde. Aber das wäre ein lohnendes Ziel für die Grün- schwarzen Koalitionsverhandlungen weil sich am Ende Steuern sparen lassen, wenn örtlich erkannt wird, dass es der Parallelen mit dem gehobenen Standard einer Kreisstraße gar nicht bedarf.

Johannes Buchter Homepage
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.